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Unabhängiges Tool. Nicht von Google LLC. „Google" und „Google Fonts" sind Marken der Google LLC und werden ausschließlich beschreibend verwendet.
Lösung: Consenta

FontBakery: das Quality-Assurance-Tool hinter Google Fonts

· Wissen

Wer mit OpenType-Schriften arbeitet, kennt die Tücken: technisch korrekt geschriebene Schriften, die in einem Browser perfekt rendern und im nächsten plötzlich Lücken zeigen. Hinting, Subsetting, OpenType-Features, Unicode-Coverage — die Anzahl der potenziellen Fehlerquellen ist hoch. Genau deshalb hat das Google-Fonts-Team ein eigenes Linter-Tool entwickelt: FontBakery.

Was FontBakery prüft

FontBakery ist ein Python-Tool, das OpenType-Dateien gegen einen Katalog von über 200 automatisierten Checks prüft. Die Checks sind in Profile organisiert (Universal, Adobe Fonts, Google Fonts, Notofonts) und decken unter anderem ab:

  • Lizenz + Metadaten. Sind alle Lizenz-Felder korrekt belegt? Stimmt der Designer-Name? Ist die Reserved-Font-Name-Liste sauber?
  • OpenType-Tabellen. Gibt es kaputte oder fehlende Tabellen (GSUB, GPOS, GASP, hhea/vhea)?
  • Unicode-Coverage. Deckt die Schrift wirklich alle versprochenen Subsets ab?
  • Hinting. Sind die Hinting-Tables für ClearType-Rendering vorhanden und plausibel?
  • Outline-Qualität. Gibt es zu nah beieinander liegende Punkte, fehlende Bezier-Optimierungen, unsaubere Pfade?

Warum das auch für dich relevant ist

FontBakery ist Open Source und unter github.com/fonttools/fontbakery verfügbar. Du musst kein Schrift-Designer sein, um davon zu profitieren:

  • Wenn du eine Schrift aus einer weniger bekannten Quelle (kleinerer Free-Font-Anbieter, Custom-Brand-Font deines Designers) auf der Site einsetzt: ein FontBakery-Run zeigt dir innerhalb von Sekunden, ob die Datei technisch sauber ist.
  • Wenn du selbst eine Schrift modifizierst (z.B. mit FontForge, Glyphs oder Fontlab): FontBakery sagt dir, ob du beim Speichern etwas kaputt gemacht hast.
  • Wenn du in einem Multi-Brand-Setup mehrere Schriften pflegst: ein automatisierter FontBakery-Run im CI-Pipeline erkennt Regressionen, bevor sie produktiv sind.

Installation und erster Lauf

pip install fontbakery
fontbakery check-googlefonts path/to/your-font.ttf

Der Output ist ein hierarchisches Report-Format mit FAIL / WARN / SKIP / PASS-Markierungen pro Check. Für CI-Setups gibt es ein Markdown- und ein JSON-Format.

Was Google damit zeigt

Dass das wichtigste QA-Werkzeug eines kommerziellen Schrift-Katalogs unter freier Lizenz veröffentlicht wird, ist nicht selbstverständlich. Google hätte FontBakery genausogut intern halten können — die Entscheidung, es als Community-Werkzeug bereitzustellen, hat einen großen Einfluss auf die gesamte Type-Design-Community gehabt. Ähnliche Linter wie Adobe Type Tools, Monotypes interne Werkzeuge und FreeType-eigene Validators sind großteils geschlossen.

Beim Self-Hosting nützlich

Wer Schriften lokal hostet, sollte sich vergewissern, dass die WOFF2-Dateien korrekt erzeugt wurden. fontbakery check-googlefonts --profile=googlefonts auf der Original-TTF + ein Vergleich mit der ausgelieferten WOFF2 hilft, Subset-Probleme oder Hinting-Verlust zu erkennen.

Bei Auto-Localizern wie Consenta passiert das Subsetting unter der Haube — der lokal gespeicherte CSS-Block enthält dieselben unicode-range-Aufteilungen wie das Google-CDN-Original, sodass Performance und Rendering-Qualität identisch bleiben.

Drittdienste auch nach der Schrift-Umstellung sauber blocken

Lokale Schriften lösen das Schrift-Problem. Karten, Videos, Marketing-Pixel und Page-Builder schaffen morgen die nächste Lücke. Mit Consenta blockst du nicht-essentielle Drittdienste automatisch — bis zur Einwilligung.

Consenta ansehen →

Themen: FontBakery, Google Fonts, Open Source, Type Design