Externe Schrift-CDNs sind technisch elegant, aber datenschutzrechtlich problematisch. Wer auf Nummer sicher gehen will, hostet Schriften lokal. Diese Anleitung zeigt drei Wege — vom Drei-Zeilen-Snippet für statische Sites bis zur WordPress-Variante.
1. Schrift-Dateien beschaffen
Auf fonts.google.com findest du jede Schrift mit ihren Stilen. Für die lokale Einbindung brauchst du das WOFF2-Format (kleinste Dateigröße, hervorragende Browser-Unterstützung). Das einfachste Werkzeug zum Download ist der google-webfonts-helper (gwfh.mranftl.com): Schrift wählen, gewünschte Stile, „Modern Browsers“ → Zip mit allen Dateien herunterladen.
Tipp: Lade nur die Stile, die du wirklich brauchst. Eine typische Site benötigt 400, 500 und 700 — nicht alle neun Strichstärken.
2. CSS schreiben
Lege die WOFF2-Dateien unter /assets/fonts/ ab und ergänze in deiner Stylesheet-Datei pro Stil eine @font-face-Regel:
@font-face {
font-family: "Inter";
src: url("/assets/fonts/inter-400.woff2") format("woff2");
font-weight: 400;
font-style: normal;
font-display: swap;
}
Der Schlüssel font-display: swap sorgt dafür, dass beim Laden zunächst eine System-Schrift angezeigt wird, bis die eigene Schrift bereit ist — gut für die wahrgenommene Performance.
3. Den alten Google-Aufruf entfernen
In deinem HTML-Head darf kein <link href="https://fonts.googleapis.com/…"> mehr stehen. Auch @import url(https://fonts.googleapis.com/…) in CSS-Dateien muss raus. Den Status prüfst du danach am bequemsten direkt mit dem Scanner auf googlefontschecker.de.
WordPress-spezifisch
In WordPress kommen Aufrufe an fonts.googleapis.com häufig nicht aus dem Theme, sondern aus drei anderen Quellen:
- Page-Builder (Elementor, WPBakery, Divi) liefern oft eigene Schrift-Einstellungen, die zur Laufzeit Schriften vom CDN ziehen. Prüfe die Einstellungen unter „Theme Style“ oder „Global Settings“.
- Gutenberg seit Core 6.x hostet Schriften lokal, sofern das Theme die Font Library nutzt.
- Plugins wie Contact-Form-7-Themes, Slider-Plugins oder Cookie-Banner können eigene Schrift-Aufrufe einschleusen.
Ein Hardening-Snippet im Theme blockt verbliebene Aufrufe als Sicherheitsnetz:
add_filter("style_loader_src", function ($src) {
if ($src && stripos($src, "fonts.googleapis.com") !== false) {
return false;
}
return $src;
}, 100);
Performance-Auswirkungen
Lokal gehostete Schriften sind in modernen Setups nicht langsamer als das CDN. Studien von 2023 und 2024 zeigen: Wenn dein Hosting HTTP/2 oder HTTP/3 spricht, deine Schrift-Datei mit preload annonciert ist und du Brotli-Kompression nutzt, sind die Unterschiede vernachlässigbar — bei Erstbesuchern oft sogar zugunsten der lokalen Variante, weil ein zusätzlicher DNS-/TLS-Roundtrip wegfällt.
Re-Check
Nach der Umstellung lohnt ein Re-Scan mit dem Google Fonts Checker. Sollte er weiterhin rot leuchten, ist meistens noch ein Plugin oder eine Inline-Style-Regel die Ursache. Im Detail-Report siehst du die genaue Fundstelle.
Drittdienste auch nach der Schrift-Umstellung sauber blocken
Lokale Schriften lösen das Schrift-Problem. Karten, Videos, Marketing-Pixel und Page-Builder schaffen morgen die nächste Lücke. Mit Consenta blockst du nicht-essentielle Drittdienste automatisch — bis zur Einwilligung.