Lange Zeit war das stärkste Argument für das Google-Fonts-CDN die Performance: Globale Server, wahrscheinliches Browser-Caching durch andere Sites, optimierte Auslieferung. 2026 sehen die Zahlen anders aus.
Was sich verändert hat
Drei Entwicklungen haben das Bild gedreht:
- Cache-Partitionierung. Seit Chrome 86, Firefox 85 und Safari 13 sind HTTP-Caches pro Origin partitioniert. Die alte Hoffnung „der Besucher hat die Schrift schon von einer anderen Site geladen“ trifft praktisch nie mehr zu.
- HTTP/2 und HTTP/3. Moderne Hosting-Umgebungen liefern Schriften in einem geteilten Connection-Stream aus — kein zusätzlicher Verbindungsaufbau zu fonts.googleapis.com nötig.
- Brotli/WOFF2. Bei eigener Auslieferung sparst du keinen Code, aber du sparst den Roundtrip zur CSS-Datei vom CDN, die ihrerseits wieder zur Binär-Schrift bei
fonts.gstatic.comverlinkt.
Kritische Pfade
Die größte Performance-Wirkung hat nicht der Hosting-Ort, sondern was du mit der Schrift machst:
<link rel="preload" as="font" type="font/woff2" crossorigin>für die Hauptschrift annoncieren — vermeidet Render-Blocking.font-display: swapsetzen — System-Fallback, bis die eigene Schrift da ist.- Subset bilden, wenn du nur lateinische Zeichen brauchst — spart bis zu 80 % der Dateigröße.
- Variable Fonts nutzen, wo möglich — eine einzige Datei für alle Strichstärken.
Messung mit Lighthouse
In unseren Tests an einer mittelgroßen WordPress-Seite (Hosting in Frankfurt, Brotli aktiv, HTTP/3) waren die Unterschiede zwischen lokal und CDN unter 30 ms — sowohl beim ersten Besuch als auch bei wiederholten Aufrufen. Beide Setups erreichten „Good“ bei allen Core-Web-Vitals-Metriken.
Fazit
Wer 2026 die externe Schrift-CDN noch aus Performance-Gründen verteidigt, hat die Messlatte nicht aktualisiert. Datenschutz spricht klar für die lokale Variante; Performance spricht nicht mehr dagegen. Beide Argumente führen zur gleichen Empfehlung.
Drittdienste auch nach der Schrift-Umstellung sauber blocken
Lokale Schriften lösen das Schrift-Problem. Karten, Videos, Marketing-Pixel und Page-Builder schaffen morgen die nächste Lücke. Mit Consenta blockst du nicht-essentielle Drittdienste automatisch — bis zur Einwilligung.