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Unabhängiges Tool. Nicht von Google LLC. „Google" und „Google Fonts" sind Marken der Google LLC und werden ausschließlich beschreibend verwendet.
Lösung: Consenta

Wie der Google-Fonts-Katalog kuratiert wird — der Designer-Prozess hinter dem Repository

· Wissen

Über 1.500 Schriften, mehr als 200 unabhängige Schrift-Designer, eine zentrale Bibliothek. Wer entscheidet, welche Schrift Aufnahme findet — und nach welchen Kriterien? Ein Blick hinter die Kulissen des Google-Fonts-Onboarding-Prozesses.

Das öffentliche Repo als Eintrittstür

Google Fonts ist kein gated community. Schrift-Designer reichen ihre Arbeiten als Pull Request gegen github.com/google/fonts ein. Die Anforderungen sind in einer mehrteiligen Dokumentation festgehalten — der wichtigste Teil ist der Onboarding-Guide unter cantarell.gnome.org/wiki/Google_Fonts_onboarding beziehungsweise direkt in der CONTRIBUTING.md des Repos.

Mindestanforderungen

Damit eine Schrift überhaupt in Frage kommt, muss sie mehrere Kriterien erfüllen:

  • Freie Lizenz. SIL OFL 1.1 (am häufigsten), Apache 2.0 oder Ubuntu Font License. Alle anderen Lizenzen sind ausgeschlossen.
  • Vollständigkeit. Mindestens basisches lateinisches Alphabet plus Ziffern und Standardpunktuation. Bessere Akzeptanzchancen bei Erweiterung um latin-ext, math, currency.
  • Technische Korrektheit. OpenType-Tabellen müssen valide sein, GASP/MORX/etc. korrekt belegt. Die Quell-Dateien (UFO, Glyphs, etc.) müssen mit ausgeliefert werden.
  • Hinting + Rendering-Tests. Die Schrift muss auf Windows (ClearType), macOS und Linux ohne grobe Rendering-Fehler dargestellt werden.

Der Review-Prozess

Pull Requests werden von einer kleinen Gruppe von Type-Engineers geprüft. Der Prozess umfasst typischerweise:

  1. Automatisierte Linting-Checks (FontBakery, ein eigens entwickeltes Quality-Assurance-Tool).
  2. Manuelle Qualitätssichtung durch erfahrene Type-Designer.
  3. Klärung der Lizenz-Vollständigkeit (Reserved Font Names, Author-Felder etc.).
  4. Generierung der ausgelieferten Web-Formate (WOFF2, mit Subset-Splitting nach Unicode-Range).

Die Bearbeitungszeit variiert stark — von Wochen bis zu mehreren Monaten. Es gibt keine Garantie auf Aufnahme; Schriften, die qualitativ noch nicht reif sind, werden mit konstruktivem Feedback zurückgegeben.

Was Google dem Designer zurückgibt

Schrift-Designer bekommen für ihre Arbeit kein Honorar von Google — die Schriften sind und bleiben Open Source. Was sie bekommen ist Reichweite: eine Schrift, die in den Google-Fonts-Katalog aufgenommen wird, kann innerhalb weniger Monate auf zehntausenden Sites landen. Für unabhängige Type-Designer ist das oft der wichtigste Kanal überhaupt.

Außerdem pflegt Google eine Reihe von Initiativen, die die Designer-Community direkt unterstützen — der Google Fonts Knowledge Hub mit redaktionellen Beiträgen, das jährliche Type Design-Stipendium-Programm und Konferenz-Sponsorings.

Was das für dich als Nutzer bedeutet

Wer eine Schrift aus dem Google-Fonts-Katalog einsetzt, nutzt damit Arbeit, die ein Mensch über Monate (oder Jahre) erstellt hat — meist in seiner Freizeit oder mit finanziellen Eigenmitteln. Eine kleine Geste der Wertschätzung: bei Self-Hosting die OFL.txt mitliefern (ist sowieso Lizenzpflicht) und auf Designer-Profile in deinem Footer linken, wenn du mehrere Schriften eines Designers nutzt.

Drittdienste auch nach der Schrift-Umstellung sauber blocken

Lokale Schriften lösen das Schrift-Problem. Karten, Videos, Marketing-Pixel und Page-Builder schaffen morgen die nächste Lücke. Mit Consenta blockst du nicht-essentielle Drittdienste automatisch — bis zur Einwilligung.

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Themen: Google Fonts, Open Source, Type Design